Menschenhandel in Tschechien und in der Welt
Menschenhandel, der oft zu Recht als moderne Sklaverei bezeichnet wird, ist ein weltweites Problem. Allgemein gesagt, besteht er darin, dass mit Menschen unter Einsatz der verschiedensten Formen von Nötigung umgegangen wird (Gewalt, Druck, Betrug u.Ä.), um sie auszubeuten (z.B. in der Prostitution oder Zwangsarbeit). Die Opfer des Menschenhandels werden gezwungen, verschiedene Tätigkeiten unter unmenschlichen Bedingungen auszuüben, während einer anderen Person daraus fast ohne irgendwelche Kosten Riesengewinne entspringen. Menschenhandel ist eine gravierende Verletzung der Menschenrechte der Opfer.Unterschiedliche internationale Studien führen an, dass jährlich weltweit 700 Tausend bis 2 Millionen Personen gehandelt werden, nur in Europa sind es jährlich 300 bis 500 Tausend Personen. Man schätzt, dass sich weltweit die jährlichen Einnahmen aus dem Menschenhandel zwischen 8,5 und 12 Milliarden Euro bewegen. Es handelt sich um eine der allerneusten Formen der internationalen organisierten Kriminalität, die den Organisatoren Gewinne einbringt, die vergleichbar sind mit den Gewinnen aus dem illegalen Drogen- oder Waffenhandel. Beim Menschenhandel gehen sie jedoch ein weitaus geringeres Risiko ein, entdeckt und bestraft zu werden, denn sie nutzen die hilflose Lage aus, in die ihre Opfer in etwa wegen ihres illegalen Aufenthalts auf dem Territorium eines fremde Staates geraten sind.
In Tschechien lässt sich der Beginn der Entwicklung dieser Art von Kriminalität auf den Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts datieren: nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Grenzen sind vor allem Frauen aus Osteuropa zur Ware Nummer 1 auf dem westeuropäischen Markt geworden – auch Tschechien war betroffen. In den 90er Jahren war die Tschechische Republik auch ein wichtiges Herkunftsland für den Menschenhandel. Viele junge Frauen machten sich, verlockenden Angeboten für gut bezahlte Arbeit folgend, ins Ausland auf, und in vielen Fällen endete ihre Reise zur erträumten Arbeit in Zwangsprostitution oder Zwangsarbeit. Solche Fälle gibt es noch immer.
Wegen der sich verbessernden wirtschaftlichen Situation und der Nachbarschaft zu Deutschland und Österreich wird Tschechien zu einem immer attraktiveren Zielland, in welches Menschenhändler Frauen aus dem Ausland zur Arbeit in der Gastronomie, zu Putz- oder Hilfsarbeiten und auch zu erotischen Diensten locken. Den Frauen aus der Ukraine, Russland, Bulgarien, Weißrussland, der Slowakei, Rumänien, Vietnam, China, aber auch Tschechinnen wird ursprünglich eine gut bezahlte Arbeit zu angemessenen Bedingungen angeboten, die Realität sieht jedoch oft ganz anders aus (Wie fühlt man sich als Opfer des Menschenhandels?). Durch die verschiedensten ausgeklügelten Methoden der Nötigung und psychischen Gewalt (Wie erkennt man, dass Menschenhandel vorliegt) zwingt der Täter oder eine organisierte Gruppe sie dazu, zu einem Instrument für seinen/ihren Erwerb zu werden. Die Opfer der Zwangsprostitution werden häufig an andere Zuhälter und Eigentümer von erotischen Klubs weiterverkauft, damit der Profit noch größer wird.
Menschenhandel umfasst drei miteinander verknüpfte Phasen:
Anwerbung des Opfers – durch Betrug (falsche Versprechungen, Lügen über Arbeitsbedingungen) oder Gewalt
Beförderung – über die Staatsgrenze, legal oder illegal, oder innerhalb eines Landes
Missbrauch – Ausbeutung oder Verkauf des Opfers mit dem Zweck eines finanziellen Profits für den Täter: sexuelle Ausbeutung (Straßenprostitution, erotische Etablissements, Wohnungsprostitution, Begleitservice); Zwangsarbeit (Bauwesen, Dienstleistungen, Näherei, Landwirtschaft) und weitere Formen (Nötigung zu Bettelei und Diebstahl, Zwangsheiraten u.Ä.)
Beförderung – über die Staatsgrenze, legal oder illegal, oder innerhalb eines Landes
Missbrauch – Ausbeutung oder Verkauf des Opfers mit dem Zweck eines finanziellen Profits für den Täter: sexuelle Ausbeutung (Straßenprostitution, erotische Etablissements, Wohnungsprostitution, Begleitservice); Zwangsarbeit (Bauwesen, Dienstleistungen, Näherei, Landwirtschaft) und weitere Formen (Nötigung zu Bettelei und Diebstahl, Zwangsheiraten u.Ä.)

















